Ort: Wicherngemeinde, Wichernsweg 15 (U-Bahn Station Rauhes Haus)
Seit der Teilung Afrikas in Berlin (1884 - 1885) ist kaum ein/e BürgerIn über die Massaker informiert, die seitdem in Kamerun stattgefunden haben und auch nach der Kolonialzeit weiterhin stattfinden. So ist es nicht mehr verwunderlich, dass sowohl die niedergeschlagenen Demonstrationen im Dezember 1945 (Hafenarbeiter in Douala), als auch die vom 25. Mai 1955 (für die Unabhängigkeit und Wiedervereinigung des Landes) und im Februar 2008 (gegen Peiserhöhung und Novellierung der existierenden Verfassung), in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden. Bei den wenigen informierten Kreisen fällt leider auf, dass kaum ein analytischer Zusammenhang zwischen den Kolonialinstitutionen und den heutigen herrschenden Strukturen hergestellt wird. Der Schwerpunkt der Reihe besteht darin, anhand von wissenschaftlichen Vorträgen und Dokumentationsfilmen die gegenüber Andersdenkenden praktizierte Gewaltpolitik sowohl der Kolonialherren als auch der heute in Kamerun Herrschenden hervorzuheben und zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Es soll deutlich herauskristallisiert werden, ob und welche Institutionen in den Ländern des Nordens - vor allem in den ehemaligen Kolonialmächten - zur Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Gewaltmechanismen beigetragen haben und weiterhin beitragen. Der aufklärerische Charakter der Veranstaltungsreihe soll in jeder Einzelveranstaltung belegt werden. Die Veranstalter möchten mit dieser Reihe dazu beitragen, dass die Geschichte und die Ursachen der Gewalt bekannt und die Möglichkeiten zu deren Bekämpfung besprochen werden. So liegt es nah, dass ein Postkolonialstaat durch eine zukunftsorientierte (nachhaltige) Politik und Jugendarbeit auch dafür sorgen kann, dass die Gewaltmechanismen mehr und mehr bekämpft werden.
Veranstalter: Kamerun Komitee e.V. in Kooperation mit Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V., Anta Diop (i.G.), umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.