Aufarbeitung des (post-)kolonialen Erbes in Hamburg

Einer von zwei Teilen des „Askarireliefs“ aus TerrakottaÖffentliche Podiumsdiskussion, 1. März 2018

Mit dem Präses der Handelskammer, Tobias Bergmann, stellt sich der öffentlichen Diskussion um die koloniale Vergangenheit erstmals ein hochrangiger Vertreter derjenigen Institution, die 1883 Reichskanzler Otto von Bismarck offiziell um die Gründung von Kolonien ersucht hatte. Die Museen und Bühnen Hamburgs sind mit Börries von Notz, dem Alleinvorstand der Historischen Museen, und der Intendantin von Kampnagel, Amelie Deuflhard, in der Diskussion um den angemessenen Kurs postkolonialer Erinnerungspolitik in Hamburg, vertreten. Mit Millicent Adjei vom „Arbeitskreis Hamburg Postkolonial“, Hamed Abbaspur vom „Eine Welt Netzwerk Hamburg“ und Staatsrat a.D. Dr. Reinhard Behrens werden auch Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft an der Diskussion teilnehmen,

die von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, dem Leiter der Forschungsstelle, moderiert wird.

„Gerade als Hafenstadt muss Hamburg die Kolonialgeschichte aufarbeiten“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Zimmerer. „Kolonialismusforschung ist Zukunftsforschung, und nur wer versteht, wie die Globalisierung geworden ist, kann hier die richtigen Weichen für die Zukunft stellen.“ Dass Hamburg mit der Forschungsstelle „Hamburgs (post-) koloniales Erbe“ weit über die Stadtgrenzen hinaus punktet, beweist die jüngste Evaluierung der Universität durch den Deutschen Wissenschaftsrat. Als Anknüpfungspunkt für weitere Internationalisierung und als Beispiel, was die Universität für die Stadt leisten kann, wurde sie lobend erwähnt. Zu der Fachtagung werden mehr als 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt an der Universität Hamburg erwartet.