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Hafenrundfahrten

Hafenrundfahrten und Stadtrundgänge zu Kolonialismus, Migration und Globalisierung

Als größte deutsche Hafenstadt und „Tor zur Welt“ des Kaiserreichs wurde Hamburg zur Drehscheibe des deutschen Kolonialreichs in Afrika und Asien. „Kolonialwaren“, aber auch Menschen aus den Kolonien fanden ihren Weg in die Hafenstadt. Hamburger Initiativen begeben sich auf die Spuren der kolonialen Vergangenheit und der aktuellen Globalisierung.
Das vollständige Programm 2010 als PDF

Teile des hamburg postkolonial Programms werden gefördert von:
BMZ / InWEnt gGmbH, KED - Kirchlicher Entwicklungsdienst & BINGO - Die Umwelt Lotterie

Termine 2010

Alle Hafenrundfahrten 2010 in der Übersicht.

Blinde Passagiere

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden der Hamburger Wasserschutzpolizei jährlich mehr als 100 Flüchtlinge gemeldet, die versuchten, auf Seeschiffen versteckt nach Hamburg einzureisen. Die meisten von ihnen kamen aus West- und Nordafrika. Die Zahl der jährlich in Hamburg ankommenden blinden Passagiere ist im neuen Jahrtausend auf teilweise unter 10 gesunken.
Diese Hafenrundfahrt informiert über die Gründe des Rückgangs, erzählt von technischer Überwachung, rechtswidrigen Rückschiebungen und der Vernichtung der Lebensgrundlage westafrikanischer Fischer.

Die China Tour

Im Hamburger Hafen dreht sich heute fast alles um China – Tausende Container mit T-Shirts, Handys, Videokameras aus China werden täglich umgeschlagen. Unsere Hafentour führt durch Gegenwart und Geschichte der Hamburger Chinabeziehungen. Wie sieht der Arbeitsalltag in chinesischen Weltmarktfabriken aus? Unter welchen Bedingungen arbeiten chinesische Seeleute – und wie erging es ihren Vorfahren, die vor hundert Jahren als Heizer für Hamburger Reedereien fuhren? Wir passieren Containerbrücken „Made in China“ und Schrottberge für die chinesische Stahlindustrie, wir erinnern aber auch an die Hamburger „China-Town“ auf St. Pauli und an den blutigen Einsatz Hamburger Marinesoldaten im „Boxer-Aufstand“.

Vom Kautschukballen zum Container - Kolonialwaren von der Süderelbe

Postkoloniale Hafenrundfahrt zwischen Harburger Binnenhafen, Altenwerder und Wilhelmsburg

Rund um den Harburger Binnenhafen siedelten sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Industriebetriebe an, die sich auf die Verarbeitung kolonialer Rohstoffe wie Palmöl, Kautschuk und Elfenbein spezialisierten. Heute prägen Erdölraffinerien, Getreidesilos und Containerterminals die Landschaft zwischen Süderelbe, Köhlbrand und Reiherstieg. Wir folgen den Spuren von Kolonialismus und Globalisierung und fragen nach dem Preis des Fortschritts.

Hoffnung Hafen. Migration und Rassismus

Auf dieser Rundfahrt erzählen wir über Menschen, die früher und heute das „Tor zur Welt“ passierten. Sie sehen und erfahren etwas über: die ersten Auswandererbaracken und die Situation ihrer BewohnerInnen; Orte, an denen Menschen aus anderen Ländern zu verschiedenen Zeiten als Arbeitskräfte eingesetzt wurden; die Unterbringung von Flüchtlingen und wie mit ihnen umgegangen wird; Schiffe, in denen blinde Passagiere in Hamburg ankommen. Uns interessieren die Gründe für die Aus- und Einwanderung und auf welchem Weg sie stattfand und -findet. Sie erfahren auch etwas über den Umgang mit MigrantInnen in der „weltoffenen Stadt“ Hamburg.

Wasser als Ware, Wasser als Waffe

Freie Verfügbarkeit von Wasser für alle Menschen ist ein elementares globales Grundrecht. Nun zielt aber die neoliberale Globalisierung unter anderem auf die Privatisierung überlebenswichtiger Versorgungsgüter ab, wie etwa Boden, Gesundheit, Bildung und vor allen Dingen Wasser. Immer größere Teile der Weltbevölkerung werden von den elementarsten Rechten abgeschnitten. Klimaveränderung und Umweltzerstörung auf der einen, Verelendung und Besitzlosigkeit auf der anderen Seite, sind die Folgen. Der Zugang zu Wasser wird in den kommenden Jahren zum zentralen Kriegsgrund werden.
Die Hafenrundfahrt macht diese Fakten am Beispiel des geplanten Ilisu-Staudammes in Kurdistan/Türkei und an Beispielen der europäischen Wasserpolitik konkret.

Gegen den Strom! - Eine energiepolitische Hafenrundfahrt

Der Hamburger Hafen besitzt eine national und international bedeutende Infrastruktur der Energiewirtschaft. Seien es Urantransporte, Teile der strategischen Ölreserve, Deutschlands größte Raffinerie für AgroSprit, Deutschlands größter Kohlehafen oder auch die Baustelle für das Kohlekraftwerk Moorburg. Es gibt viel zu entdecken – wir werden´s Euch zeigen!

Bittere Bohnen

Sie erfahren etwas über die historische Entwicklung des Kaffeekonsums und die
Arbeitsbedingungen bei der Kaffeeverarbeitung in Hamburg. Darüber hinaus
geht es um die Arbeitsbedingungen auf großen Kaffeeplantagen, über den internationalen
Kaffeehandel, über den alternativen Kaffeehandel und den ökologischen
Kaffeeanbau.

Meer-Bananen-Republiken

Literarisch-politisch-musikalischer Banana Boat Trip durch den Hamburger Hafen

Texte und Musik auf einer Barkasse rund um Anbau, Handel und Kulturgeschichte der gelben Frucht. In Szene gesetzt und präsentiert von der Hafengruppe Hamburg. Mit „an Bord“: Miguel Angel Asturias, Gabriel Garcia Marquez, Eduardo Galeano, John Dos Passos, Harry Belafonte u.v.m. Es geht um Dollarbananen, „Deutsche Kamerunbananen“, Vereinigungsbananen und andere krumme Früchte.
Vom Baumwall führt die Tour zum Nikolaifleet und durch den Zollkanal vorbei am Fruchthof und den ehemaligen Markthallen am Deichtor zum Großmarkt Hamburg. Von dort geht es weiter in den Freihafen und zum Fruchtterminal der HHLA, wo jährlich ca. 600.000 t Bananen umgeschlagen werden.

Von Schatzkisten und Pfeffersäcken. Hamburgs Handel mit der Dritten Welt

Woher stammt unser Kaffee, wo verbirgt sich das weltweit größte Lager für Orientteppiche, und wieso hat das bitterarme Liberia eine der größten Handelsflotten?
Eine Fahrt hinter die Kulisse aus Backsteinmauern und Containerbrücken. Es geht um Waren wie Kaffee und Kakao, Sojabohnen und Bananen, Jeans und Rüstungsgüter.
Die Fahrt veranschaulicht die Hintergründe des Welthandels mit Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie erklärt, warum Kaffee und Kakao so billig geworden sind, warum Schrott ein Exportschlager ist und wer an dem extrem ungleichen Handel zwischen Nord und Süd verdient.