Under Pressure - Buko 34
Der alljährliche Kongress der Bundeskoordination Internationalismus nimmt Formen an. Der Titel steht schon und der Termin auch: „Under Pressure – Krisen. Kämpfe. Transformationen“, 17.-20. Mai in Erfurt. Derzeit werden ReferentInnen eingeladen, Schlafplätze organisiert, Plakatideen ausgebrütet. Inhaltlich wird es um die Analyse der derzeitigen multiplen Krisen gehen, sowie um eine Bestandsaufnahme der verschiedenen sozialen Bewegungen weltweit. Was sich genau hinter dem Titel verbirgt, verrät demnächst die Kongress-Homepage und die Mobilisierungszeitung. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich in die Organisierung einzubringen. Wenn ihr den Kongress in Erfurt mit unterstützen wollt, dann meldet euch bei mail@buko.info.
"Piratenprozess" geht in Schlussrunde
In Hamburg stehen seit Ende November 2010 zehn Jugendliche und Männer aus Somalia wegen des Vorwurfs der Piraterie vor Gericht. Das Urteil wird in den nächsten Wochen erwartet. Die Hamburger Gruppe kein mensch ist illegal (kmii), die Hafengruppe Hamburg und das Eine Welt Netzwerk Hamburg haben in einer Veranstaltungsreihe [flyer-pdf] Hintergründe beleuchtet. Außerdem beobachten sie den Prozeß und fordern in Pressemitteilungen [pdf-16.12.] [pdf-10.11.] [pdf-12.8.] u.a. für die drei Jugendlichen: Endlich raus aus der unverhältnismäßig langen U-Haft! Weitere Informationen auf englisch unter http://reclaim-the-seas.blogspot.com/ Nächste Prozesstage am Landgericht Hamburg: 10., 15., 20., 29. Februar, 8 bis 17 Uhr.
Unmut über "Engagement Global“
„Engagement Global“ heißt die neue Servicestelle für zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement in der Entwicklungspolitik, die das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eröffnet hat. Viele Engagierte in der nicht-staatlichen Entwicklungspolitik haben die Pläne kritisch begleitet und kommentiert - darunter der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Er hat sich auch verärgert über die neueste Personalie des BMZ geäußert.
White Charity
Rechtzeitig vor Weihnachten ist der Film "White Charity" herausgekommen: Werbeplakate von entwicklungspolitischen Organisationen wie 'Brot für die Welt', 'Welthungerhilfe', 'Kindernothilfe' oder 'Care' prägen das Bild auf Straßen, Plätzen, in Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland. Der Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel ist eine Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildern, vor allem in der Spendenwerbung aus postkolonialer Perspektive. Online zu sehen ist er auf www.whitecharity.de.
Kasernenechos: Widerstand und Widerhall
Die Performance "Kasernenechos: Widerstand und Widerhall" zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Tanzanias, organisiert von der Initiative freedom roads! rund um die ehemalige Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld, wurde am 9. Dezember durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen. Den Veranstaltern drohe nun eine Strafanzeige wegen einer "unangemeldeten Demonstration" und Hausfriedensbruch, heißt es in der Pressemitteilung [pdf] der Initiative vom 15. Dezember. Näherers zur Performance in der Einladung [pdf].
Eingreifen statt wegsehen!
Die Mobilen Beratungsteams und Beratungsprojekten für Opfer rechter Gewalt haben einen Appell gegen Rechtsextremismus und Rassismus [pdf] verfasst. Sie fordern eine Umkehr in der Politik staatlicher Behörden gegen Rechtsradikalismus. Das Eine Welt Netzwerk Hamburg hat den Appell mitunterzeichnet. Mobile Beratungsteams und Opferberatungsprojekte beraten und begleiten Opfer rechter Gewalt, Kommunen und Zivilgesellschaft. Auch wenn sie seit Jahren vor der Gewalt von Neonazis und rassistischen GelegenheitstäterInnen warnen, seien sie geschockt von dem Ausmaß an Ignoranz und Verharmlosung staatlicher Stellen angesichts der kürzlich bekannt gewordenen rassistischen Mordserie. Der Aufruf fordert eine Zäsur im Umgang mit der extremen Rechten.
Fotos für Fairness
Zeigt in einem Foto oder einer Fotoserie, was ihr über Fairness und Fair Trade denkt: Was ist gerecht? Wieso sind Arme arm? Was bedeutet es für euch, fair zu handeln – im Alltag, global und überhaupt? Können Bananen unfair sein? Kann man Gerechtigkeit und faires Handeln fotografieren? Wo in Hamburg wird Welthandel sichtbar? Und was hat das mit dir zu tun? Kommentiert das Foto oder die Serie mit einer kurzen Bildunterschrift und reicht euer Material bis 31.5.2012 bei hamburg mal fair ein. Mitmachen können alle Hamburger SchülerInnen ab 12 Jahren. Mehr über die Teilnahmebedingungen erfahrt ihr hier.
BMZ und Geld für entwicklungspolitische Bildung
Das Eine Welt Netzwerk Hamburg und andere Landesnetzwerke haben ihre Mitgliedsgruppen zum Antragsverfahren des "Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung" (FEB) des BMZ befragt, um mögliche Kritikpunkte aufzugreifen und Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Sie haben die Ergebnisse an die Verantwortlichen des FEB und das BMZ weitergegeben, um auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen hinzuwirken. Gewünscht wurden beispielsweise höhere Höchstsätze, weniger Aufwand in der Antragstellung, eine Erhöhung der Antragssummen im Aktionsgruppenpogramm sowie eine Aufstockung der Mittel insgesamt, die im FEB zur Verfügung stehen. Das BMZ prüft das Anliegen – und gründet die "Servicestelle für kommunales und bürgerschaftliches Engagement". Daraus könnte sich eine Änderung der bisherigen Praxis ergeben. Zahlreiche Kritikpunkte der Mitgliedsgruppen hat die Fraktion Die Linke im Bundestag übrigens in einer Kleinen Anfrage zur Vergabepraxis beim „Förderprogramm entwicklungspolitische Bildung“ (FEB) des BMZ [pdf] aufgegriffen.
Interkulturelle Öffnung der agl
Das agl-Fachforum Diaspora, Migration und Entwicklung hat einen Erfahrungsbericht-[pdf] zum Thema "Interkulturelle Öffnung" verfasst. Die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland (agl) ist der Dachverband der 16 entwicklungspolitischen Landesnetzwerke in den Bundesländern. Sie möchte die Interkulturelle Öffnung in den Landesnetzwerken voranbringen und den Prozess unterstützen. Seit Ende 2010 laufen verschiedene Aktionen und Treffen, bei denen konkrete und umsetzbare Anätze zur "Interkulturellen Öffnung" entwickelt und Erfahrungen ausgetauscht wurden.
Trotz Proteste: SPD-Senat schiebt Roma ab
Einigen Hundert Hamburger Roma droht die Abschiebung, mindestens zwei Familien sind in den letzten Tagen von der Polizei abgeholt worden. Ein Jahr lang hatte der AK Roma und UnterstützerInnen mit Bitten und Beten, Petitionen, Demos und Kundgebungen, Pressekonferenzen, Veröffentlichungen in allen möglichen Medien, mit Gottesdiensten und Unterschriften sammeln, mit Briefen an den Innensenator und den Ersten Bürgermeister, mit Gesprächen mit dem Innensenator, Besuchen in der SPD-Zentrale und der Bürgerschaft versucht, auf die bedrohliche Situation der Roma nach einer Abschiebung hinzuweisen.


