Migration & Entwicklung

In Deutschland arbeiten viele Einwanderinnen und Einwanderer zu entwicklungspolitischen Themen. In den Eine-Welt Landesnetzwerken zeigt sich das in einer (langsam) steigenden Zahl von Mitgliedern aus migrantisch-diasporischen Organisationen.
Das Eine Welt Netzwerk Hamburg setzt sich dafür ein, das Themenfeld Migration und Entwicklung genauer zu beleuchten – sei es in Publikationen oder in Veranstaltungen. Das EWNW  arbeiten auch in der Arbeitsgruppe „Migration und Entwicklungszusammenarbeit“ der Arbeitsgemeinschaft der Landesnetzwerke (agl) mit.  Außerdem engagieren wir uns dafür, dass die Aktivitäten der migrantisch-diasporischen Organisationen im Bereich Entwicklungspolitik besser sichtbar werden und sich die deutsch-weiß geprägten Institutionen der Eine-Welt-Szene und der Entwicklungspolitik stärker transnational und interkulturell öffnen.

Potentiale der Migration

Mittlerweile ist man auch auf höchster internationaler Ebene bemüht, die Potenziale von Migration sowohl für die Zielländer als auch für die Herkunftsländer von MigrantInnen sichtbar zu machen und Migrationspolitiken in sinnvoller Weise mit der Entwicklungspolitik zu verknüpfen. Diese steigende gegenseitige Wahrnehmung ist zentral für bereits stattfindende wie mögliche Kooperationen und Synergie-Effekte, ob in der Inlandsarbeit oder in Projektpartnerschaften in Ländern des globalen Südens.

Die MigrantInnenselbstorganisationen werden auch von der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zunehmend als wichtige entwicklungspolitische Akteure gesehen: Zum einen wird dabei das hohe Maß an Rücküberweisungen als (möglicher) Teil von Transferleistungen im Rahmen der EZ anerkannt, zum anderen wird die Diaspora als Brückenbauer mit wichtigen Landes-, Orts- und Kulturkenntnissen gesehen, die sowohl das entsprechende Wissen für die Umsetzung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit besitzen, als auch als entwicklungspolitische Multiplikator/innen fungieren können.

Miese Arbeitsbedingungen

Gleichzeitig ist es dem Eine Welt Netzwerk Hamburg auch wichtig darauf zu achten, dass migrantisch-diasporische Organisationen in dieser Debatte nicht einmal mehr instrumentalisiert werden. Zum Beispiel lenken wir den Blick auch darauf, unter welchen teilweise menschenverachtenden Arbeitsbedingungen MigantInnen hierzulande das Geld verdienen, das dann in die hochumjubelten Rücküberweisungen in die Herkunftsländer fließt.

Bisher arbeiten die entwicklungspolitische und die migrantische „Szene“ in Deutschland zu wenig zusammen. Dies hat inhaltliche und strukturelle Gründe. Neben diesem zentralen Ziel einer verbesserten Zusammenarbeit  sehen wir auch Handlungsbedarf im Rahmen der gesellschaftlichen Bewertung der Arbeit der MigrantInnen. Die große Bedeutung einer wirklich partnerschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, Überweisungen und der Eine-Welt-Arbeit hier soll herausgearbeitet und verstärkt in konkreten Aktivitäten umgesetzt werden – für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit bedeuten die Aktivitäten der MigrantInnen ein wichtiges Potential und gleichermaßen einen großen Handlungsbedarf.