No Humboldt 21!

Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch das Eine Welt Netzwerk Hamburg, fordert die Aussetzung der Arbeit am Humboldt-Forum im Berliner Schloss. „Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. In einem Aufruf fordert das Kampagnenbündnis No Humboldt 21! neben dem Moratorium eine breite öffentliche Debatte zum Humboldt-Forum.

Im Humboldt-Forum sollen die ethnologischen Sammlungen Berlins gezeigt werden, die zum Großteil im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin kamen.

„Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer und rechtmäßigen Eigentümer der Exponate gesucht werden“, sagt Christian Kopp von Berlin Postkolonial. Deren Ausstellung im wiedererrichteten Schloss der Hohenzollern, die für den deutschen Kolonialismus und den Kulturraub hauptverantwortlich waren, lehnt das Kampagnen-Bündnis als Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und ihren Nachfahren ab.
 
Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ im Humboldt-Forum inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. „Das Humboldt-Forum steht dem Anspruch eines gleichberechtigten Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft entgegen“, sagt Michael Küppers-Adebisi von Afrotak TV cyberNomads.
 
Das Kampagnenbündnis – bestehend aus kultur- und entwicklungspolitischen, migrantisch-diasporischen sowie internationalen Nichtregierungsorganisationen – wird seine grundsätzliche Kritik am Humboldt-Forum ab Herbst mit verschiedenen Veranstaltungen zum Ausdruck bringen.

Der gesamte Aufruf findet sich unter: www.no-humboldt21.de

Online Unterstützung unter: www.no-humboldt21.de/support