„Wie ist deine Freiheit mit meiner verbunden?“ – neue transact-Broschüre erschienen
Anlässlich der „No Border Lasts Forever“ – Konferenz in Frankfurt hat die Initiative transact eine 40-seitige Broschüre zu gemischter Organisierung, Definitionsmacht und Critical Whiteness erstellt. Sie ist auf deutsch, englisch und französisch verfasst.
Die Broschüre kann kostenfrei auf http://transact.noblogs.org/post/2014/02/14/wie-ist-deine-freiheit-mit-meiner-verbunden heruntergeladen werden.
Zum Hintergrund der Broschüre lässt transact wissen:
„Seit mindestens 25 Jahren wird unter dem Stichwort der Definitionsmacht immer wieder kontrovers über den Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb linker Zusammenhänge diskutiert. Hinzu kommt, dass mittlerweile eine Ausdehnung des Konzepts der Definitionsmacht gefordert wird, unter anderem solle diese im Falle rassistischer Diskriminierungen zum Tragen kommen. Wir schätzen die entsprechenden Debatten, weil wir die damit verknüpften Fragen wichtig finden – beispielsweise über Dominanzen, Paternalismen oder unterschiedliche Ausgangsbedingungen und somit auch (Nicht-)Privilegien. Und doch sind die Auseinandersetzungen in vielen Fällen alles andere als konstruktiv verlaufen, stellvertretend hervorgehoben seien die beiden Nobordercamps in Köln und Stockholm im Sommer 2012. Denn im Zentrum stand nicht selten die These, dass unter den gegebenen rassistischen Bedingungen so etwas wie eine gleichberechtige Zusammenarbeit zwischen refugees und non-refugees bzw. zwischen People of Colour- und 'europäisch-weißen'- Aktivist_innen nicht möglich sei. Dies hat nicht nur zu Enttäuschungen, Zerwürfnissen und massiver Verunsicherung geführt. Vielmehr ist es auch zu einer Diskreditierung von Konzepten wie Defintionsmacht oder Critical Whiteness gekommen, schlicht deshalb, weil einzelne Fraktionen immer wieder extrem autoritär, identitär und polarisierend agiert haben. Das ist der Grund, weshalb sich die vorliegende Broschüre mit den erwähnten und vielen weiteren Fragen beschäftigt, allerdings unter Bezug auf unsere Erfahrungen in transidentitär bzw. transnational zusammengesetzten Netzwerken wie NoLager (2002-2007), Welcome to Europe und Afrique-Europe-Interact (beide seit 2009). Denn so schwierig die Herausforderungen sind, wir glauben, dass es möglich ist, in gemischten Netzwerken oder Gruppen gleichberechtigt und respektvoll zusammenzuarbeiten – trotz Allem!“
(6.3.14, SYP)



