2. Norddeutscher Bieterdialog: Nachhaltige Textilien für die öffentliche Hand
Dienstag, 19. April 2016, 14.30 Uhr
Städtische Bauhöfe, Krankenhäuser, die Polizei und viele weitere öffentliche Stellen benötigen qualitativ hochwertige Arbeits- und Schutzkleidung sowie Flachtextilien. Doch die hohe Qualität ist kein Garant für gute Arbeitsbedingungen in der Produktion. Überstunden, Verbot von Gewerkschaftsbildung, Diskriminierung und Löhne, die zum Leben nicht ausreichen, sind in der Textilbranche keine Seltenheit.
Die Möglichkeiten für öffentliche Einkäufer, diese Sozialstandards stärker im Vergabeverfahren zu berücksichtigen, werden in diesem Jahr deutlich gestärkt. Mit der 2014 verabschiedeten EU-Vergaberichtlinie und den am 18. April in Kraft tretenden Änderungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) werden strategische Ziele zum elementaren Bestandteil europäischer und deutscher Vergabepraxis erklärt. Der Schutz grundlegender Arbeitsrechte im Textilbereich erlangt dadurch eine immer größere Bedeutung – für Vergabestellen wie für Unternehmen.
Was bedeuten die neuen Anforderungen konkret für Beschaffungsstellen und für die bietenden Unternehmen? Wie kann die öffentliche Hand im Rahmen des geltenden Gesetzes auf gute Produktionsbedingungen hinwirken? Welche Auswirkungen hat das auf die Anzahl der Gebote und den Preis? Was benötigen die potentiellen Auftragnehmerinnen, um sich auf die veränderte Nachfrage einstellen zu können? Welche Sozialsiegel und Zertifizierungen sind glaubwürdig?
Diese Fragen sollen in der Dialogveranstaltung mit Expertinnen-Inputs und einer Diskussion zwischen Textilunternehmen, Beschaffungsstellen und Fach-NGOs erörtert werden.



