Neuer EWNW-Rundbrief Dezember 2014
Liebe Leserinnen und Leser,
gemütlich geht für das Eine Welt Netzwerk Hamburg ein angespanntes Jahr vorbei. Bei Kerzenschein, heißem Kakao und knusprigen Keksen trafen sich am 3. Adventssonntag einige Mitgliedsgruppen im W3-Saal beim Werkstattgespräch „Netzwerk entwickeln“.
„Alte Hasen“ und „neues junges Gemüse“ tauschten sich über ihre eigene Arbeit und die Erwartungen und Wünsche für das Netzwerk aus. Daraus soll ein regelmäßiges Treffen für die Mitgliedsgruppen und andere entwicklungspolitisch Interessierte entstehen.
2015 ist ein entscheidendes Jahr für die internationale Entwicklungspolitik. Eine Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung soll beschlossen werden. Es ist darum auch Europäisches Jahr für Entwicklung. An diesen Prozessen wirken wir als Zivilgesellschaft mit. Das wird uns und den Rahmen unseres Wirkens verändern.
Auf diesem Wege wünschen wir allen einen friedlichen Jahresabschluss, einen guten Rutsch und hoffen im neuen Jahr auf weitere schöne und interessante Zusammentreffen.
VENRO: Zukunftscharta muss umgesetzt werden!
Die Ziele der Zukunftscharta müssen konkretisiert und umgesetzt werden – das fordert der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungs-organisationen (VENRO) anlässlich der Übergabe der Zukunftscharta an Bundeskanzlerin Angela Merkel am 24. November 2014 in Berlin.
Ausbeutung von Textilarbeiterinnen ist weiter in Mode
Das Eine Welt Netzwerk Hamburg sprach im November 2014 mit der Aktivistin und Forscherin Dr. Samina Luthfa über die aktuelle Situation der Textilarbeiterinnen und deren Zukunftsperspektive in Bangladesch. Die Lage der Textilarbeiterinnen in Bangladesch sei immer noch prekär. Internationaler Druck helfe und müsse von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften verstetigt werden. Ein großes Problem sei das Versagen des Staates und des Arbeitgeberverbandes, so die Soziologin an der Universität Dhaka. Sie ist auf Einladung des Entwicklungsforums Bangladesch e.V. in Deutschland, um die Arbeitsbedingungen der globalisierten Textilindustrie bekannt zu machen und um Verbündete im Kampf für verbindliche internationale Arbeits- und Sozialstandards zu gewinnen. Das Interview mit Dr. Samina Luthfa und mehr zu den Hintergründe zu Rana Plaza finden Sie hier.
Fristtermine für Programmanträge 2015
Ohne Moos nichts los! Das Eine Welt Netzwerk Hamburg hat Hinweise auf regionale und bundesweite Geldgeber für entwicklungspolitische Workshops, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und andere Projekte zusammengestellt. Einige Antragsfristen der staatlichen und kirchlichen Förderer laufen im Herbst/Winter ab - aber auch im neuen Jahr gibt es wieder Chancen auf eine finanzielle Unterstützung.
Kritik am neuen Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung
Das Eine Welt Netzwerk Hamburg schließt sich der Kritik zahlreicher entwicklungspolitischer Gruppen und Wissenschafter_innen an, die zu dem Ergebnis kommen, dass der Orientierungsrahmen - auch im Entwurf seiner Neufassung - seinem eigenen Anspruch und Ziel einer transformativen Bildung nicht gerecht wird. Stattdessen ist der Orientierungsrahmen in seiner aktuellen Form als Produkt der weißen bürgerlichen Mehrheitsgesellschaft erkennbar, der wiederum nur eine weiße bürgerliche Mehrheitsgesellschaft als Zielgruppe mitdenkt.
Beitrag der deutschen Länder zur Post-2015-Agenda für nachhaltige (globale) Entwicklung
Am 12. Juni 2014 haben die Ministerpräsident/innen einen neuen Beschluss zur Entwicklungszusammenarbeit der Bundesländer gefasst. Darin gibt es einen expliziten und positiven Bezug auf Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Wörtlich heißt es: "Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen werden zu wichtigen Themen im schulischen und außerschulischen Bereich." Das ist ein wichtiger Bezugspunkt für die Lobbyarbeit auf Landesebene.
„Wie ist deine Freiheit mit meiner verbunden?“ – neue transact-Broschüre erschienen
Anlässlich der „No Border Lasts Forever“ – Konferenz in Frankfurt hat die Initiative transact eine 40-seitige Broschüre zu gemischter Organisierung, Definitionsmacht und Critical Whiteness erstellt. Sie ist auf deutsch, englisch und französisch verfasst.
Die Broschüre kann kostenfrei auf http://transact.noblogs.org/post/2014/02/14/wie-ist-deine-freiheit-mit-meiner-verbunden heruntergeladen werden.
Bildungsmappe zur Ausstellung "weiß-schwarz" jetzt verfügbar
Das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen e.V. hat jüngst auf dem WeltWeitWissen – Kongress in Stuttgart eine Bildungsmappe zu seinem Ausstellungsprojekt „WEISS-SCHWARZ“ vorgestellt. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, den intuitiven Mechanismus des Zuordnens von Rollenstereotypen aufzubrechen und diesen in Frage zu stellen. Das Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V. hat „weiß-schwarz“ im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (igs) im Juli und August 2013 in seinem Ausstellungscontainer vorgestellt.
Wenig Geld und viel zu sagen
Mit guter Öffentlichkeitsarbeit lässt sich Aufmerksamkeit für das eigene Anliegen erzeugen! Die Broschüre "Wenig Geld und viel zu sagen" des Eine Welt Netzwerks Hamburg liefert Grundbausteine der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für
entwicklungspolitische Vereine mit kleinem Budget. Sie gibt Orientierung
für EinsteigerInnen und vermittelt hilfreiche Kniffe aus der Praxis. Neben der Gestaltung eines eigenen Faltblattes steht die Pressearbeit mit dem Instrument der Pressemitteilung im Zentrum der Broschüre. Sie beschäftigt sich auch mit Sprache und Bilderwelten jenseits der Klischees. Und sie wirft ein Licht auf die gesetzlichen Regeln, die es bei der Öffentlichkeitsarbeit zu beachten gilt. Das 36-seitige Heft kostet vier Euro (plus Versandkosten) und kann hier bestellt werden. Jede Mitgliedsgruppe erhält bei Interesse ein kostenloses Exemplar per Post. Es kann aber auch gerne in unserem Büro oder auf einer unserer Veranstaltungen abgeholt werden.
Mach mit beim Stadtplan der Globalisierung!
Auf Webmap Hamburg Global finden sich auf einem Hamburger Stadtplan Orte, die mit entwicklungspolitischen Themen verbunden sind: Migration, Hafen und Handel, Postkoloniales oder Energiepolitik. Engagierte Vereine, Initiativen und Einzelpersonen markieren auf den Karten Spots, die zu spannenden Artikeln führen und einen kritischen Blick auf die heutige Stadt Hamburg und ihre Vergangenheit werfen. Alle Interessierten sind eingeladen, beim Stadtplan der Globalisierung des Eine Welt Netzwerks Hamburg mitzumachen, eigene Artikel zu veröffentlichen oder andere Beiträge zu kommentieren. Infos zur Webmap Hamburg Global, Hinweise auf neue Artikel und Kommentare gibt es auch auf Twitter: https://twitter.com/HamburgGlobal


